Das Beste kommt (fast) zum Schluss

Da gibts kein Vorbeikommen. Die ehemalige Königsstadt Bagan mit mehreren Tausend Tempeln ist ein absolutes Muss. Auf Umwegen – zu Fuss, Zug, Taxi, TukTuk, Bus, anderer Bus – habe ich es auch mal noch nach Bagan geschafft. Es ist schon dunkel, aber no problemo: Die Anlage erkundet man nämlich sowieso lieber zu Sonnenauf- oder untergang. Warum? Weil der Himmel dann so wunderschön farbig ist. Und weil es tagsüber einfach gnadenlos zu heiss ist. I de Schwiiz weiss mer ja mittlerwiile bestens, wie das isch.

Ich rüste mich für den kommenden Morgen mit einem „E-Bike“ aus. Dabei handelt es sich nicht um ein Elektrovelo, sondern um einen Elektroroller. Man nehme die Optik und das Fahrgefühl eines Rollers, aber keinen Ton. Perfekt! So ruiniert dir nix die friedliche Morgenstimmung. Hinzu kommt, dass der Fahrtwind für eine geschätzte Abkühlung sorgt. Halleluja! Notiz am Rande: Die E-Bikes sind auch für blutige Anfänger geeignet. Habe nämlich diverse ostasiatische Touristen beim Stürzen, Schliefern und Steckenbleiben beobachtet. Dank des sandigen Untergrundes und dem fehlenden Auspuff aber stets ohne Konsequenzen.

Nun zurück zur Magie: Bei Sonnenaufgang steigen Heissluftballons und die ganze Landschaft ist in ein pink-violettes Licht gehüllt. Schlichtweg einzigartig! Die Realität kann auf Fotos unmöglich festgehalten werden. Da bleibt einem nur die Erinnerung. Ausser man ist Profifotograf und beherrscht Photoshop in Perfektion. Das wär bi mir dänn weniger de Fall. Die Tempel sind eindrücklich, aber im Vergleich zu Bauten in Indien eher schlechter erhalten. Dies geht nebst dem üblichen Lauf der Zeit auch auf die Kappe einiger schwerer Erdbeben. Da hebet es paar Ziegelstei nöd lang. Doch es wird wie wild restauriert. Wären da nicht die leidigen Touristen. Sie verantworten mit Kletter-Eskapaden fleissig neue Beschädigungen an den uralten Bauwerken. Auch ich beobachte eine junge Dame, die mitsamt einigen losen Bauklötzli vom Tempel stürzt. Nüt passiert. Aber nicht umsonst ist das Besteigen verboten. Hinzu kommt: Respekt vor der Religion. Vor allem in Ländern wie Myanmar, wo die Menschen oftmals nicht viel mehr als ihren Glauben haben, gehört sich das schlichtweg nicht. Oder? Dihei käme es auch keinem in den Sinn, auf einen Kirchenturm zu klettern.

Meine allerletzten Tage in Myanmar verbringe ich aber am Strand. Au in Sache Bädele chan mer do mithebe. Ich lasse die vergangenen Wochen Revue passieren: Tagelanges Trekken. Trockene Ebenen, dichter Dschungel. Stundenlange Busfahrten. Gespräche mit Reisenden. Der Austausch mit den Locals. Viele Hallos, viele Goodbyes. Tempel, Tempel, Tempel. Leckere Shan-Nudeln und grusigi Chäfer. Schön wars! Zufrieden warte ich in der prallen Sonne und mit einer Tonne Thanaka im Gesicht auf den Bus zum Flughafen. Wacker vor mich hin schwitzend. Warum solls am letzten Tag auch anders sein? Tschüss Myanmar!

Der Name ist Programm: In Bagan kann man beim Erkunden der Tempel stundenlang auf engen Sand-Wäägli verloren gehen. Und hat selbst dann noch nicht alles gesehen.

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