Ich bin dann mal recyceln

Der Krieg hat in Kambodscha viele Baustellen hinterlassen. Darum engagieren sich heute Menschen aus aller Welt gemeinsam mit den Khmer, um zu helfen. Überall gibts Schulen, handwerkliche Ausbildungsbetriebe oder Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur. Meist sind diese privat oder in Form einer NGO (Nichtregierungsorganisation) oder Charity geführt. Mein Favorit sind Restaurants und Kafis für den guten Zweck. Sich lecker verköstigen und dabei auch noch was Gutes tun? Weisch wie gärn. Schönes Beispiel ist das von Schweizern geführte Restaurant HAVEN in Siem Reap. In einem supernachhaltigen Konzept bietet man den Jugendlichen ein Zuhause, eine Ausbildungsstätte sowie eine Lebensschule und rüstet sie damit für eine selbständige Zukunft. Und wer auf Reisen die Schweizer Küche vermissen sollte, findät sogar äs Zürigschnätzlets uf de Chartä.

Auch als Reisende findet man zig Projekte, die nur so nach freiwilligen Helferlein lechzen. So werde ich auf ECHO Cambodia, ein Recyclingprojekt, aufmerksam. Wie die Abfallsituation in Asien daherkommt, hab ich ja schon mal erzählt. Es isch und bliibt trurig. Höchste Zeit, dass auch ich was zurückgebe.

Kein Wunder, hat mich die Vision zweier britischer Jungs sofort überzeugt: Aus Abfall wollen sie Ziegelsteine (Eco-Bricks) herstellen. Ziel ist ein Tauschgeschäft: Wer Abfall bringt, kriegt Baumaterial. Doch die Realität sieht anders aus. Mit einem Elektrotuktuk sammeln wir Güsel ein. Wir, das sind in meinem Fall eine Gruppe fleissiger Bienchen aus aller Welt. Ein Architekt, eine Ingenieurin, eine Videoproduzentin, eine Schulabgängerin und meine Wenigkeit. Wie das Recyceln von statten geht? Definitiv echli anderst, als ich mir das vorgstellt han. Vieles steckt noch in den Kinderschuhen. Von der Infrastruktur und der Werkstattorganisation ganz zu schweigen. Qualitative Ziegelsteine mit einer respektablen Menge Plastik oder Glas haben sie bislang nicht hingekriegt. Auch sonst bin ich etwas kritisch, ob es nicht sinnvoller wäre, das Glas zu Glas und den Plastik zu Plastik zu recyceln. Doch dazu fehlen die richtigen Gerätschaften sowie konstant professionelles Know-How. Und Budget. Ein solches Projekt auf die Beine zu stellen, bedarf allerlei Moneten. Diese erwirtschaften sie noch mit dem Verkauf von Bartheken. Deshalb bestand mein Beitrag darin, eine solche aus Glas und Zement zu bauen. Und stundenlang zu polieren. So nutzlos war ich imfall gar nicht. Gut fliesst in meinen Adern immerhin äs bitzli handwerklich begabtes Blut.

Ob die Vision der Jungs je realisiert werden kann? Ich hoffe es. Ob sie ihr bestes geben? Auf jeden Fall. Ob man Dinge anders machen könnte? Immer. Doch ich hab gelernt: Ich bin hier, um zu helfen. Und nur dazu. Egal, ob ich mit allem einverstanden bin. Etwas geben und nichts erwarten. Und siehe da: Mittlerweile gibts einen Investor und neue Maschinen. Da lauft öppis!

PS. Wer die Jungs unterstützen will, nutzt bitte folgende Crowdfunding Page.

Der Ort des Geschehens: An solch einem idyllischen Plätzchen sortieren wir den Abfall, bevor er in der Werkstatt weiterverarbeitet wird.

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