In der Stadt der Night Markets

Genau fünf Jahre nach meinem ersten Bangkok-Besuch finde ich mich in der Hauptstadt Thailands wieder. Schon nach wenigen Minuten weiss ich: Vermisst hani aso nüt. Das Verkehrschaos lässt selbst Indien und Bali ganz schön alt aussehen. Eine Blechlawine sondergleichen. I love it. Not. Aber ich bin ja nicht zum Vergnügen hier. Kän Witz, ich muess nämli zum Zahnarzt. Habe in Indonesien ein Stückli Zahn liegengelassen und gehört, dass es in Bangkok ganz gute Zahnärzte gäbe. „Gut“ ist vor allem der Abholservice durch den Fahrer der Praxis. Nüme nüt hey. Eine gute Ewigkeit stehen wir dann natürlich noch im Stau. Klar gsi. Etwas weniger gut hingegen ist das Feingefühl der Zahnärztin. Hami zwüschetdure scho ernsthaft gfragt, öb echt am Schluss nöd meh kaputt isch, als vorher.

Nun, das Zähndli ist geflickt und ich hab doch noch etwas Zeit fürs Vergnügen alias Touri-Programm. Nach ein, zwei Pflichtbesuchen in farbenfrohen Tempeln stürzen wir uns ins verrückte Markttreiben Bangkoks. Die Stadt beheimatet nämlich den grössten Wochenendmarkt in ganz Asien: Den Chatuchak Market. Über 10’000 Händler verkaufen unter dem Motto „Materialschlacht“ alles, was man sich so vorstellen kann. Unfassbar, dass sich das bis zu 300’000 wildwuselnde Besucher pro Tag freiwillig antun. Der Markt ist ganz klar nix für Klaustrophobiker. Ich wiederhole: Keine Option für Klaustrophobiker.

So richtig empfehlen kann ich aber den JJ Vintage Market und den Ratchada Rot Fai Night Market. Beides sind Nachtmärkte mit wirklich coolen Ständen, wo einem nicht nur eine Abermillion Waren nachgeworfen werden. Die Atmosphäre ist gemütlich und lädt zum Verweilen ein. Lichterketten und superfancy ausgebaute Container sorgen für Hipster-Charme. Man sitzt zwischen Studenten und jungen Thais. Ich komme so richtig in Jahrmarktstimmung: Hier ein bisschen Schlendern, da ein bisschen Essen und ganz viel people watching. Selten so gestaunt. Uiuiui. Was da alles rumläuft. Bei den Thais scheint es teilweise echt keine Schamgrenzen zu geben. Nüt wos nöd git. Wunderbar erfrischend!

Ebenfalls erfrischend präsentiert das kulinarische Angebot. So viel leckeres Essen! Nebst scharfen Curries und unzähligen Nudel- und Reisgerichten fehlt es auch nicht an Material für eine Mutprobe. Nebst der Stinkfrucht Durian (riecht intensiv nach Erbrochenem) bieten sich dazu auch verschiedene Würmer und Skorpione an. Und Crickets! Crickets, das sind Grillen, gelten in ganz Südostasien als der allerletzte Schrei. Der neue Superfood schlechthin, soo gsuund! So seien sie besonders reich an Protein, Calcium und Eisen und hätten zudem eine bessere Umweltbilanz als Rind oder Hühnchen. Blablabla. Das Essen der Zukunft. Blabla. Eine Dame will mir diese sogar als vegetarischen Snack andrehen. Ein Käfer sei ja kein Tier. Ehm, isches nöd? Ja was. Ich bleibe dankend beim Vegi-Curry – ohne Grillen und ohne Durian.

Ein Traum für Spiessli-Fans: Ich tippe auf Wurstspiessli, Fleischspiessli und Tofuspiessli. Was die junge Lady da aber ganz genau verkauft, konnte sie uns auch nicht so recht erklären. Spiessli halt.

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